„Giftcocktail für die Gesundheit“: Überstunden für 44 Prozent der Beschäftigten üblich
24.03.2025 · Quelle: Tagesspiegel
Überstunden gehören in vielen Betrieben zum Alltag, doch dauerhaft hohe Mehrarbeit kann der Gesundheit ernsthaft schaden. Wenn Pausen ausfallen, Ruhezeiten verkürzt werden und Stunden sich unbemerkt anhäufen, entsteht ein schleichendes Risiko für Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen. Für Arbeitgeber ist es deshalb wichtig, Überstunden nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sie sichtbar zu machen und gezielt zu steuern.
Gelegentliche Mehrarbeit ist in vielen Tätigkeiten unvermeidlich, etwa bei kurzfristigen Auftragsspitzen oder unerwarteten Ausfällen. Problematisch wird es, wenn Überstunden zur Dauerlösung werden und strukturelle Lücken in der Personalplanung verdecken. Was als flexible Hilfe gedacht ist, verfestigt sich dann zu einer dauerhaften Mehrbelastung, die kaum noch auffällt, weil sie zur Normalität geworden ist.
Die gesundheitlichen Folgen sind gut nachvollziehbar. Wer regelmäßig lange arbeitet, hat weniger Zeit für Erholung, Schlaf und Privatleben. Dauerhafte Belastung erhöht das Risiko für Erschöpfung, sinkende Konzentration und langfristige gesundheitliche Beschwerden. Hinzu kommt, dass übermüdete Beschäftigte mehr Fehler machen, was wiederum zusätzlichen Aufwand und neuen Zeitdruck erzeugt.
Ein zentrales Problem ist die mangelnde Sichtbarkeit. In vielen Betrieben werden Überstunden nicht systematisch erfasst, sondern beruhen auf Schätzungen, mündlichen Absprachen oder lückenhaften Notizen. Ohne klare Zahlen lässt sich kaum erkennen, wie hoch die tatsächliche Mehrbelastung ist und wer besonders betroffen ist. Probleme werden so oft erst sichtbar, wenn es bereits zu Ausfällen kommt.
Eine konsequente Zeiterfassung schafft hier Abhilfe. Sie macht Mehrarbeit transparent, zeigt frühzeitig auffällige Muster und ermöglicht einen geregelten Ausgleich. Wer weiß, wo sich Stunden häufen, kann gegensteuern, Personal anders verteilen und überlastete Bereiche entlasten. So wird aus einem unkontrollierten Risiko ein steuerbarer Faktor, der Gesundheit und Leistungsfähigkeit langfristig sichert.
Redaktioneller Überblick in eigenen Worten, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die amtliche Quelle (Tagesspiegel).