Händehygiene als wirksamster Infektionsschutz: Empfehlungen des Robert Koch-Instituts
05.05.2025 · Quelle: RKI
Händehygiene gilt als eine der wirksamsten und zugleich einfachsten Maßnahmen des Infektionsschutzes. Der Grund liegt auf der Hand: Sehr viele Krankheitserreger werden über die Hände weitergegeben – direkt von Mensch zu Mensch oder über gemeinsam genutzte Oberflächen, die im Lauf eines Arbeitstages von vielen Personen berührt werden. Mit sauberen Händen lässt sich ein erheblicher Teil dieser Übertragungen verhindern. Für Betriebe ist konsequente Händehygiene damit ein naheliegender, kostengünstiger und zugleich sehr wirkungsvoller Baustein des betrieblichen Gesundheitsschutzes.
Um den Stellenwert der Händehygiene zu verstehen, hilft ein Blick auf den Übertragungsweg. Krankheitserreger gelangen über die Hände an Mund, Nase und Augen, also an die Eintrittspforten in den Körper. Ebenso werden sie auf Kontaktflächen wie Türklinken, Lichtschalter, Tastaturen, Telefone oder Werkzeuge übertragen, die nacheinander von vielen Menschen genutzt werden. Über diese Flächen wandern die Erreger weiter, bis sie über die Hände erneut in den Körper gelangen. Saubere Hände unterbrechen diese Kette an einer zentralen Stelle.
Die wichtigste Einzelmaßnahme ist das gründliche Händewaschen mit Wasser und Seife. Gründlich bedeutet, alle Bereiche der Hände einzubeziehen – die Handflächen und Handrücken ebenso wie die oft vergessenen Fingerzwischenräume, Fingerkuppen, Nagelbereiche und Daumen. Ebenso wichtig ist, sich ausreichend Zeit zu nehmen, denn nur bei genügend langer Einwirkung werden die Keime zuverlässig entfernt. Anschließend sollten die Hände sorgfältig getrocknet werden, da feuchte Hände Keime leichter weitergeben.
In bestimmten Situationen mit erhöhtem Risiko kann eine Händedesinfektion das Händewaschen ergänzen oder ersetzen, etwa wenn keine Waschgelegenheit verfügbar ist oder besondere Anforderungen bestehen. Welche Maßnahme im Einzelfall angemessen ist, hängt vom Arbeitsumfeld ab. Entscheidend ist über alle Maßnahmen hinweg jedoch weniger die perfekte Technik als die Verlässlichkeit, mit der die Hygiene im Alltag tatsächlich angewendet wird. Eine Maßnahme wirkt nur, wenn sie konsequent erfolgt.
Im betrieblichen Alltag lassen sich typische Anlässe benennen, zu denen die Händehygiene besonders bedeutsam ist. Dazu gehören das Händewaschen vor dem Essen und vor der Zubereitung von Speisen, nach dem Toilettengang, nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen sowie nach dem Kontakt mit erkennbar verschmutzten Gegenständen. Auch beim Wechsel zwischen Arbeitsbereichen mit unterschiedlichen Hygieneanforderungen ist Händehygiene angebracht. Wer diese Momente kennt und beachtet, deckt einen Großteil der relevanten Situationen ab.
Damit sich richtiges Verhalten durchsetzt, müssen die organisatorischen Rahmenbedingungen stimmen. Gut erreichbare, saubere und funktionsfähige Waschgelegenheiten sind die Grundvoraussetzung, ebenso ausreichend Seife und hygienische Trockenmöglichkeiten wie Einmalhandtücher. Wo es sinnvoll ist, sollten zusätzlich Möglichkeiten zur Händedesinfektion an gut zugänglichen Stellen bereitstehen. Fehlen diese Voraussetzungen, scheitert die beste Absicht an der Praxis.
Ergänzend helfen verständliche Hinweise an den passenden Orten, etwa an Waschbecken oder in Sanitärräumen. Solche Erinnerungen sollten sachlich und freundlich formuliert sein, denn ein belehrender Ton erzeugt eher Abwehr als Mitwirkung. Ziel ist, die Hygiene unaufdringlich präsent zu halten und richtiges Verhalten zu erleichtern, ohne die Beschäftigten zu bevormunden.
Eine besondere Rolle spielt die Vorbildfunktion der Führungskräfte. Wenn Vorgesetzte Händehygiene selbstverständlich vorleben, entsteht eine Kultur, in der sie als normal und erwünscht gilt. Reine Anweisungen ohne gelebtes Vorbild verpuffen dagegen häufig. Kurze, sachliche Informationen – etwa zu Beginn von Phasen mit erhöhter Infektionsgefahr – halten das Thema im Bewusstsein, ohne Druck oder Angst zu erzeugen.
Nicht vernachlässigt werden sollte der Hautschutz. Häufiges Waschen und Desinfizieren kann die Haut austrocknen und reizen. Werden geeignete Pflegeprodukte bereitgestellt und genutzt, bleibt die Haut widerstandsfähiger und gesünder. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts: Gereizte oder geschädigte Haut kann selbst zur Eintrittspforte für Erreger werden, und Beschäftigte, deren Haut leidet, neigen eher dazu, die Hygiene zu vernachlässigen. Hautschutz und Händehygiene gehören deshalb zusammen.
Sinnvoll ist es außerdem, die Händehygiene in ein stimmiges Gesamtkonzept des Gesundheitsschutzes einzubetten. Sie wirkt am besten im Zusammenspiel mit weiteren einfachen Maßnahmen wie ausreichendem Lüften, der Reinigung häufig berührter Flächen und klaren Regelungen für den Umgang mit Erkrankungen. Wenn diese Bausteine ineinandergreifen, verstärkt sich ihre Wirkung, und der Schutz wird robuster.
Der Nutzen für den Betrieb ist dabei in mehrfacher Hinsicht greifbar. Weniger Infektionen führen zu weniger krankheitsbedingten Ausfällen, was gerade bei knappen personellen Ressourcen wertvoll ist. Eine stabilere Personalsituation erleichtert die Planung und entlastet die übrigen Mitarbeitenden, die andernfalls Ausfälle auffangen müssten. Auf diese Weise trägt eine vermeintlich kleine Maßnahme dazu bei, den Betrieb auch in Phasen erhöhter Infektionsgefahr handlungsfähig zu halten.
Schließlich hat ein ernst genommener Gesundheitsschutz auch eine Signalwirkung nach innen. Wer als Arbeitgeber gute Hygienebedingungen schafft und vorlebt, zeigt seinen Beschäftigten, dass ihre Gesundheit zählt. Das stärkt das Vertrauen und das Gefühl, in einem verantwortungsvollen Umfeld zu arbeiten. So wird aus der einfachen Händehygiene ein Baustein, der nicht nur Infektionen vermeidet, sondern auch zur Wertschätzung im Betrieb beiträgt.
Redaktioneller Überblick zu „Händehygiene als wirksamster Infektionsschutz: Empfehlungen des Robert Koch-Instituts“ in eigenen Worten – keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die amtliche Quelle (RKI).