Krankmeldung: Hoher Krankenstand in Deutschland – diese Branchen sind am stärksten betroffen
19.12.2024 · Quelle: WELT
Der Krankenstand verteilt sich nicht gleichmäßig über die Wirtschaft. Manche Branchen sind deutlich stärker von Fehlzeiten betroffen als andere, was eng mit der Art der Arbeit, den körperlichen und psychischen Belastungen sowie den Arbeitsbedingungen zusammenhängt. Für Arbeitgeber ist es hilfreich zu verstehen, warum bestimmte Bereiche anfälliger sind und welche Schlüsse sich daraus für die eigene Personalplanung ziehen lassen.
Besonders hohe Fehlzeiten finden sich typischerweise in Branchen mit körperlich fordernder Arbeit, in Bereichen mit hohem psychischem Druck und in Tätigkeiten mit engem Kundenkontakt. Pflege, Produktion, Logistik und das Gesundheitswesen gehören regelmäßig zu den Feldern, die überdurchschnittlich betroffen sind. Geringere Werte zeigen sich oft in Bereichen mit überwiegend planbarer Bürotätigkeit.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wer schwer hebt, im Schichtbetrieb arbeitet oder dauerhaft hohem Zeitdruck ausgesetzt ist, trägt ein höheres Risiko für gesundheitliche Beschwerden. Hinzu kommt, dass in Berufen mit vielen Krankheitskontakten die Ansteckungsgefahr steigt. Die Branchenunterschiede spiegeln also reale Belastungsunterschiede wider.
Für Betriebe ist das eine wichtige Erkenntnis, weil sie zeigt, dass Fehlzeiten nicht losgelöst von den Arbeitsbedingungen betrachtet werden dürfen. Wer in einer stark betroffenen Branche tätig ist, sollte einen erhöhten Krankenstand einkalkulieren und seine Personalplanung entsprechend robust aufstellen, statt sich von einzelnen Ausfällen überraschen zu lassen.
Eine genaue Auswertung der eigenen Zahlen hilft dabei, die betriebliche Situation realistisch einzuschätzen. Wer weiß, wie sich Fehlzeiten über Abteilungen, Schichten und Jahreszeiten verteilen, kann gezielter planen und gleichzeitig prüfen, ob im eigenen Haus zusätzliche Belastungen vorliegen, die sich verringern lassen.
Redaktioneller Überblick in eigenen Worten, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die amtliche Quelle (WELT).