Maschinenbauer verlost 800 Euro Prämie unter Mitarbeitern ohne Krankentage - FOCUS online
10.03.2025 · Quelle: Focus
Anwesenheitsprämien sollen Mitarbeitende belohnen, die selten fehlen. So verständlich der Wunsch nach mehr Verlässlichkeit ist, so genau sollten Betriebe abwägen, welche Botschaft ein solches Modell sendet und welche Nebenwirkungen es haben kann.
Die Grundidee ist einfach: Wer im Betrachtungszeitraum keine oder nur sehr wenige Krankheitstage hat, erhält eine zusätzliche Belohnung. Das kann eine Prämie, eine Verlosung oder ein anderer Vorteil sein. Ziel ist es, Ausfälle zu reduzieren und die Planbarkeit zu erhöhen.
Kritisch ist, dass Krankheit in den seltensten Fällen eine Frage des Willens ist. Eine Prämie für Anwesenheit kann den unbeabsichtigten Anreiz setzen, trotz Erkrankung zur Arbeit zu kommen. Das schadet der betroffenen Person, erhöht das Ansteckungsrisiko im Team und führt langfristig oft zu mehr statt weniger Ausfällen.
Statt allein auf Belohnung für Anwesenheit zu setzen, lohnt sich der Blick auf die Ursachen von Fehlzeiten. Belastende Abläufe, fehlende Erholung oder unklare Zuständigkeiten lassen sich gezielt verbessern. Maßnahmen, die die Arbeitsbedingungen stärken, wirken nachhaltiger als ein reiner Anwesenheitsbonus.
Wer Fehlzeiten verstehen will, braucht eine verlässliche Datengrundlage. Eine saubere Zeiterfassung zeigt Muster auf, etwa Häufungen in bestimmten Teams oder Zeiträumen, und liefert die Basis für sachliche Gespräche und sinnvolle Verbesserungen.
Redaktioneller Überblick in eigenen Worten, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die amtliche Quelle (Focus).