Produktivität von Arbeitnehmern: Neun Stunden für unnötigen Aufgaben
05.11.2024 · Quelle: FAZ
Viele Beschäftigte verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Tätigkeiten, die kaum zum eigentlichen Ergebnis beitragen. Suchen nach Informationen, doppelte Erfassung von Daten, unnötige Abstimmungen – solche „unsichtbaren“ Aufgaben summieren sich. Wer sie erkennt und reduziert, gewinnt wertvolle Zeit für die Arbeit, die wirklich zählt.
Das Problem ist meist nicht mangelnder Einsatz, sondern eine ungünstige Organisation. Wenn Informationen schwer auffindbar sind, Werkzeuge nicht zusammenpassen oder Abläufe unklar bleiben, entsteht Reibung. Diese Reibung kostet Zeit, ohne dass am Ende ein erkennbarer Mehrwert steht – und sie zehrt zusätzlich an der Motivation.
Ein typischer Treiber ist die mehrfache Erfassung derselben Daten. Was an einer Stelle eingegeben wird, muss an anderer Stelle erneut eingetragen werden, weil Systeme nicht miteinander sprechen. Solche Doppelarbeit fällt im Einzelfall kaum auf, summiert sich über Wochen jedoch zu beträchtlichen Verlusten.
Auch Unterbrechungen und Abstimmungen tragen erheblich bei. Häufige Rückfragen, unklare Zuständigkeiten und ständige Kontextwechsel zerstückeln den Arbeitstag. Konzentrierte Arbeit braucht zusammenhängende Zeitblöcke; werden diese permanent zerrissen, sinkt die Wirksamkeit deutlich.
Für Betriebe lohnt es sich, solche Zeitfresser sichtbar zu machen. Wenn nachvollziehbar ist, wofür Arbeitszeit tatsächlich verwendet wird, lassen sich überflüssige Schritte gezielt abbauen. Oft reichen kleine Veränderungen an Abläufen oder Schnittstellen, um spürbar Freiräume für die eigentliche Wertschöpfung zu schaffen.
Redaktioneller Überblick in eigenen Worten, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die amtliche Quelle (FAZ).