Viel Kritik am Reformpaket der Koalition
02.07.2026 · Quelle: onvista
Kaum beschlossen, erntet das Reformpaket der Koalition breite Kritik. Vor allem die Verschärfungen bei der Krankschreibung gelten vielen Ökonomen, Kassen und Gewerkschaften als symbolisch – und als Eingriff, der das eigentliche Problem hoher Fehlzeiten kaum trifft.
Im Zentrum stehen zwei Maßnahmen: die Pflicht zu einem ärztlichen Attest ab dem ersten Krankheitstag und das Ende der telefonischen Krankschreibung. Der AOK-Bundesverband nannte insbesondere das Telefon-AU-Aus „reine Symbolpolitik“ – es fehle jeder Nachweis für einen Missbrauch dieses Instruments.
Auch aus der Wirtschaftsforschung kommt Skepsis: DIW-Präsident Marcel Fratzscher bezeichnete das Vorhaben als „Symbolpaket“, dessen Beitrag zur Lösung der strukturellen Probleme des Landes begrenzt bleiben dürfte. Der Einwand vieler Fachleute: Ein erheblicher Teil der Fehltage entfällt auf Langzeiterkrankungen – frühe Atteste bei kurzen Infekten setzen dort nicht an.
Die medizinische Seite bleibt bei ihrer Linie. KBV-Chef Andreas Gassen sagte: „Wer hustet, eine Magen-Darm-Infektion hat, gehört ins Bett – und nicht in die übervolle Praxis.“ Aus Sicht der Ärzteschaft drohen vor allem zusätzliche Bürokratie und überlastete Praxen, ohne dass der Krankenstand sinkt.
Differenziert äußerte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund: Die Vorsitzende Yasmin Fahimi kritisierte die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, begrüßte hingegen gezielte steuerliche Entlastungen für kleinere Einkommen aus demselben Paket. Ob die Krankschreibungs-Regeln den Krankenstand wirklich senken, bleibt unter Ökonomen umstritten – ein Gesetz gibt es zudem noch nicht.
Redaktioneller Überblick zu „Viel Kritik am Reformpaket der Koalition“ in eigenen Worten – keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die amtliche Quelle (onvista).